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Biologischer Pflanzenschutz

für ein gesünderes Leben!

Wildbienen die kleinen Bestäuber-Helfer

Wildbienen

Wildbienen

04.03.2019 I Wissenswertes

Den umgangssprachlichen Begriff „Biene“ verbinden die meisten Menschen mit der Honigbiene des Imkers, die jedoch nur eine der weltweit 20.000 verbreiteten Bienenarten darstellt. Doch alleine in Österreich gibt es über 690 wildlebende Bienenarten, die zwar im Gegensatz zu Honigbiene keinen Honig produzieren, jedoch bislang eine weit unterschätze Bedeutung als Bestäuber von Wild- und Nutzpflanzen haben – auch in unseren heimischen Gärten.

Zoologisch betrachtet gehören die Wildbienen, wie auch die Nutzbienen, innerhalb der artenreichen Insektenordnung der Hautflügler zur Familie der „Bienen“. Zur Abgrenzung von der Honigbiene als Nutzinsekt wird der Begriff „Wildbiene“ für alle anderen Arten verwendet. Zu diesen zählen beispielsweise die Mauerbienen, die Seiden- und Maskenbienen, die Woll- und Pelzbienen, die Sandbienen als auch die allgemein bekannten Hummeln. Grundsätzlich haben alle Bienen sechs Beine, zwei Paar Hautflügel und sind zwischen 1,3 und 30 mm groß, weisen aber eine enorme Vielfalt in Gestalt und Aussehen auf und sind somit gar nicht so leicht zu unterscheiden. Hummeln beispielsweise gehören zur Familie der Bienen, nicht aber die Wespen. Maßgebend bei der Unterscheidung sind nicht die äußerlichen Merkmale, sondern die Lebensweise und die Organisation des Nachwuchses: kollektiv lebende Bienen, Solitärbienen und Kuckucksbienen.

Zu den kollektiv lebenden oder staatenbildenden Arten gehören die Honigbienen und Hummeln. Wobei die Staatenbildung und Kommunikation der Honigbienen im Vergleich zu den Hummeln wesentlich komplexer ist, da Hummelvölker nicht so groß sind und nur die Königinnen überwintern können.

Die überwiegende Zahl der Wildbienenarten lebt nicht im Staatenverbund – sie werden als Solitärbienen bezeichnet. Viele Arten verbringen jedoch nicht ihr ganzes Leben einsiedlerisch, sondern bilden Brutkolonien, teilen sich Schlafplätze oder gehen Kooperationen ein. Es gibt mehr als 20 000 Arten von Solitärbienen, welche sich sehr in ihrer Lebensweise und Ernährung unterscheiden, aber doch Gemeinsamkeiten aufweisen. Die Lebensdauer als flugfähiges Insekt beträgt nur wenige Wochen, während die Larven- und Puppenstadien bis zu einem Jahr andauern können. Die Männchen verbringen ihre kurze Lebenszeit mit der Nahrungssuche und Fortpflanzung, wohingegen die Weibchen zusätzlich für die Versorgung des Nachwuchses verantwortlich sind.

Die meisten in Österreich lebenden Solitärbienen legen ihre Nester in Erdhöhlen, sowie in Hohlräume von Ästen, Baumstämmen und Mauerspalten. Im Frühling schlüpfen Weibchen und Männchen aus und paaren sich. Die Weibchen beginnen anschließend mit dem Bau des Nestes und legen über vier bis sechs Wochen Brutzelle für Brutzelle an, die mit einem Futtervorrat aus Nektar und Pollen sowie jeweils einem befruchteten Ei bestückt wird. Schließlich werden sie mit einem Lehmpfropfen verschlossen und sich selbst überlassen. Nach dem Schlüpfen und Verzehr des Futters verpuppt sich die Larve im Kokon und entwickelt sich noch im Sommer zur adulten Biene. Über den Herbst und Winter überdauert sie jedoch in völliger Ruhe im Kokon und verlässt ihn erst im nächsten Frühjahr, indem sie den Verschlusspfropfen durchbeißt. Die meisten solitär lebenden Wildbienen haben demnach einen einjährigen Lebenszyklus. Die wohl bekanntesten Vertreter von Solitärbienen sind die nicht aggressive und nicht stechende Rote Mauerbiene und die Gehörnte Mauerbiene.

Neben den kollektiv lebenden Bienen und Solitärbienen gibt es noch parasitische Bienen – auch Kuckucksbienen, welche weder Nester bauen und Brutzellen anlegen noch Nahrung sammeln. Sie nutzen die Brutfürsorge anderer Bienen aus, indem sie ihre Eier in die Brutzellen anderer Bienenarten „schmuggeln“. Die frischgeschlüpfte Schmarotzer-Larve frisst das Ei oder tötet die Wirtslarve und verzehrt anschließend den Futtervorrat. Adulte Kuckucksbienen-Weibchen sind einfach an ihrem Körperbau zu erkennen, da ihnen jegliche Organe zum Pollentransport fehlen. Fast jede Kuckucksbiene ist an eine ganz bestimmte Wirtsbiene, sehr selten auch an mehrere, gebunden und deshalb auch in deren Nähe zu finden. Verschwindet also eine Bienenart in einer Region, hat auch die dazugehörige Kuckucksbiene keine Chance mehr zu überleben.

Wildbienen spielen im Ökosystem eine ganz besondere Rolle. Nicht nur die Pflanzen im eigenen Garten sondern auch viele Kulturpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. In Österreich werden rund 80 Prozent des Obst- und Gemüses durch die Bestäubung von Bienen erzeugt. Wildbienen bestäuben Blüten deutlich effizienter als Honigbienen und sind oft schon im Frühjahr ab Temperaturen von 4°C unterwegs, was bei relativ kurz blühenden Kulturpflanzen von Bedeutung ist. Viele Wildbienenarten und von ihnen bestäubte Pflanzen haben sich im Laufe der Evolution sogar artspezifisch aneinander angepasst. Das heißt, nicht jede Biene kann jede Blüte bestäuben. Somit tragen die Wildbienen nicht nur zur Fortpflanzung von Blütenpflanzen bei sondern auch zur Sicherung der Erträge bei Nutzpflanzen. In weiterer Rolle sind sie für die Erhaltung der biologischen Vielfalt unerlässlich!

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