Der Gartenlaubkäfer - der Rasenfeind unter der Erde

18.06.2018 - Nützlingsinformation

Der Gartenlaubkäfer Phyllopherta horticula gehört zur Familie der Blatthornkäfer. Allzu oft wird er mit dem Junikäfer verwechselt, dieser gehört zwar zur selben Familie, ist aber um einiges größer und fliegt nur in der Abenddämmerung im Juni. Der tagaktive Käfer befällt das Laub vieler Beeren- Kern- und Steinobstsorten sowie diverse Gehölzarten, Rosen und Kräuter. Die Larve entwickelt sich im Boden und frisst an den Rasenwurzeln. Die Entwicklung bis zum Käfer dauert rund ein Jahr. Der Käfer lebt dann nur etwa zwei Wochen, um sich zu vermehren und Eier abzulegen.



Aussehen und Biologie

Der Gartenlaubkäfer ist am Kopf und Halsschild metallisch grünblau, die Flügeldecken sind braun mit dichter Behaarung. Der Käfer wird 8,5 bis 11 mm groß. Er durchläuft vom Ei bis zum ausgewachsenen Käfer drei Larven- und ein Puppenstadium. Vor und nach dem Flug, der temperaturabhängig Anfang Mai bis Ende Juni stattfindet, erfolgt die Eiablage in 5 bis 10 cm Bodentiefe. Gute 3 Wochen später schlüpfen die weißen Larven. Sie werden bis zu 1,5 cm lang, haben eine braune Kopfkapsel und 3 kurze Beinpaare. Das Hinterteil ist dunkel und verdickt, da sich dort der Kotsack befindet. Die etwas älteren Larven (2. und 3. Stadium) fressen an den Rasenwurzeln und verursachen dadurch oft große Schäden. Der Rasen wird unansehnlich braun und lässt sich leicht vom Boden abziehen.

Gegenmaßnahmen und biologische Bekämpfung

Bei Feststellen eines Gartenlaubkäferzuflugs ist es ratsam den Rasen möglichst dicht zu halten, da die Käfer ihre Eier bevorzugt an offenen Grasnarben ablegen, wo sich der Boden schneller erwärmt. Der Schädling bevorzugt außerdem sandige Böden, in denen er die Eier leichter ablegen kann. Den Rasen im Mai und Juni etwas höher zu mähen und öfter zu bewässern, kann auch entscheidend zur Befallsreduktion beitragen.

Der Larvenfraß kann mit nema-green* Nematoden (Pfl.Reg.Nr. 3518 - Heterorhabditis bacteriophora) gestoppt werden. Die mikroskopisch kleinen Fadenwürmer sind 0,1 bis 0,8 mm lang und dringen über Körperöffnungen in die Gartenlaubkäferlarve ein, die in Folge abstirbt. Die Hülle bricht auf, die Nematoden entleeren sich und infizieren die nächste Larve. Sinnvoll ist eine Gießbehandlung des befallenen Rasens im Zeitraum von Mitte Juli bis Ende September.

Zur Behandlung des erwachsenen Käfers kann man mit einer Falle arbeiten, die einen Lockstoff aus verschiedenen, natürlich vorkommenden Pflanzenstoffen enthält. Männchen und Weibchen des Gartenlaubkäfers werden angelockt. Die Falle wird einfach auf Rasenflächen aufgestellt oder mit Draht auf Ästen aufgehängt. Eingesetzt werden kann die Falle ab der dritten Maiwoche, sie reicht für rund 100m² Fläche.


*Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformation lesen.

Autorin: DI Anna Weißenböck; Foto: Gartenlaubkäfer © Sabine Pleininger; Entwicklungszyklus: © e-nema GmbH