Der Apfelwickler – oder: der Wurm im Apfel

14.06.2017 - Nützlingsinformation

Der Apfelwickler Cydia pomonella ist ein Falter aus der Familie der Wickler. Unter Apfelliebhabern ist er gefürchtet, da er den sprichwörtlichen „Wurm im Apfel“ darstellt. Neben Apfel werden auch Birne, Walnuss, und auch Marille, Pflaume, Pfirsich und Quitte befallen.

Biologie

Der Schädling ist ein Schmetterling mit einer Flügelspannweite von rund 20 mm. Die Flügel sind grau mit dunklen Bändern an der Seite und einem dunklen Augenfleck nahe der Flügelspitze. Schlupfzeitpunkt des Falters ist im Mai. Das Weibchen legt nach der Befruchtung seine Eier (80 – 120) an Früchten oder Blättern ab. Nach ein bis zwei Wochen schlüpft die Larve. Die Entwicklungsdauer ist in diesem Fall stark von der Temperatur abhängig: je wärmer es ist, umso schneller geht die Entwicklung vonstatten, je kälter, umso langsamer. Die Larven, also die Raupen, bohren sich nach kurzem, oberflächlichem Fraß in die Frucht ein. Danach durchlaufen die Tiere fünf Entwicklungsstadien in rund vier Wochen. Das typische Schadbild bei Befall ist ein zerstörtes Kerngehäuse, ein Einbohrloch, das mit Kotkrümeln gefüllt ist, Fraßgänge durch das Fruchtfleisch und oftmals notreife Früchte, die vorzeitig abfallen. Die Raupe verlässt die Frucht wieder und überwintert eingehüllt in einem Kokon an Ästen, Rinden, Baumpfählen u.ä. Abhängig von äußerlichen Faktoren wie Klima, Höhenlage etc. bildet der Apfelwickler entweder eine oder zwei Generationen pro Jahr aus. Wenn es eine zweite Generation gibt, verpuppt sich die Raupe und der Falter der zweiten Generation schlüpft Ende Juli.

 

Bekämpfung

Der Apfelwickler wird mit dem biologischen Produkt Madex® Top bekämpft. Madex® Top ist ein Granulosevirus-Präparat, das spezifisch auf Apfelwickler-Larven wirkt. Der Anwendungszeitraum ist sehr kurz: im Frühling, meist im Mai, legen die Weibchen ihre Eier auf den Früchten oder umliegenden Blättern ab, nach ein bis zwei Wochen schlüpfen die Räupchen. Genau hier kommt Madex® Top zum Einsatz, kurz bevor sich die Larve in den Apfel einbohrt. Die Larve nimmt mit ihrem Fraß die Viruspartikel auf, infiziert sich und stirbt ab. Madex® Top hat keine Auswirkungen auf andere Organismen, es schont Nützlinge und hinterlässt keine Rückstände. Bis zur Ernte oder Verzehr gibt es keine Wartefristen. Um das richtige Zeitfenster zur Anwendung nicht zu verpassen, gibt es Pflanzenschutzwarndienste und die Fa. biohelp Garten & Bienen, die über den richtigen Zeitpunkt informieren.

Um einen Apfelwickler-Befall festzustellen und zu beobachten, kann mit Pheromonfallen gearbeitet werden. Die Pheromone locken den männlichen Falter an, der dann in der beleimten Falle kleben bleibt. Hierzu muss aber gesagt werden: es handelt sich um keine Bekämpfungsmaßnahme, sondern um eine reine Beobachtung. Der Abfang durch Pheromonfallen ist so gering, dass er keine Effekte auf die Schädlingsanzahl hat. Für die Ermittlung des Flugzeitpunktes der Falter sind diese Produkte aber gut geeignet. Um mit Pheromonen mittels der Verwirrungstechnik eine flächendeckende und somit effektive Wirkung zu erzielen, bedarf es einer großen Fläche, von mindestens einem Hektar. Kleingärten oder einzelne Bäume bilden eine zu geringe Fläche für einen Einsatz solcher Art.

 

Begleitende Maßnahmen

Zusätzlich wird der Befall eingedämmt, wenn abgefallene Früchte eingesammelt und entfernt werden. Die Förderung natürlicher Gegenspieler ist wichtig. Nützlinge wie Ohrwürmer, Raubwanzen und Schlupfwespen können den Schädling so stark reduzieren, dass nur wenige Äpfel betroffen sind. Aus diesem Grund ist ein verantwortungsbewusster Umgang mit Pflanzenschutzmitteln ausschlaggebend.

Wellpapperinge, die man um den Stamm herum befestigt, fangen zusätzlich Larven der Falter ab. Die Ringe müssen regelmäßig erneuert werden, die benutzte Wellpappe nicht ungeöffnet wegwerfen, da sich darin auch Nützlinge aufhalten können.

Weitere Informationen unter www.garten-bienen.at