Der Rasenschädling-Wiesenschnake

Der Rasenschädling-Wiesenschnake

07.12.2020 · GuB-Ratgeber · Letzte Aktualisierung: 17.09.2026

Der Rasenschädling Wiesenschnake

Erwachsene Wiesenschnake
© AdobeStock

Wiesenschnaken sind weit verbreitet und gehören innerhalb der Insekten zu den Zweiflüglern, genauer gesagt zu den Mücken. Die erwachsenen Tiere sind harmlos: Sie stechen nicht und verursachen keine Schäden an Pflanzen. Problematisch sind hingegen ihre Larven, die an den Wurzeln von Gräsern fressen und dadurch deutliche Schäden im Rasen verursachen können.

Wiesenschnaken erkennen

Die Familie der Schnaken (Tipulidae) umfasst über 4.000 Arten, rund 140 davon kommen in Mitteleuropa vor. Der Körper der erwachsenen Tiere ist schmal und länglich, sie werden etwa 1,6 bis 2,5 cm groß. Charakteristisch sind ihre langen Beine und die klaren Flügel.

Wiesenschnaken werden aufgrund ihres Aussehens häufig mit großen Stechmücken verwechselt. Ihre Mundwerkzeuge sind jedoch nicht zum Stechen geeignet. Die erwachsenen Tiere ernähren sich hauptsächlich von Flüssigkeiten wie freiliegenden Pflanzensäften.

Larven und Schadbild erkennen

Die Larven der Wiesenschnake sind braun-grau, beinlos und walzenförmig. Aufgrund ihrer festen, lederartigen Haut werden sie im Englischen auch als „Leatherjackets“ bezeichnet. Sie leben vor allem in den oberen Bodenschichten und fressen an den Wurzeln der Gräser. Bei stärkerem Befall entstehen braune oder kahle Stellen im Rasen. Da die Wurzeln geschädigt werden, lässt sich die Grasnarbe teilweise sogar wie ein Teppich vom Boden abheben.

Larve einer Wiesenschnake im Rasen
© DI Anna Weißenböck

Entwicklungszyklus der Wiesenschnake

Wiesenschnaken entwickeln in der Regel eine Generation pro Jahr. Die erwachsenen Tiere treten vor allem im August und September auf. Nach der Paarung legen die Weibchen etwa 300 bis 500 Eier im Boden ab. Rund 10 bis 15 Tage später schlüpfen – abhängig von Temperatur und Feuchtigkeit – die ersten Larven.

Insgesamt durchlaufen Wiesenschnaken vier Larvenstadien. Die jungen Larven können zunächst auch an oberirdischen Pflanzenteilen fressen. Das dritte Larvenstadium überwintert im Boden. Im Frühjahr fressen das dritte und vierte Stadium verstärkt an den Graswurzeln. Ab etwa Mitte Mai nimmt die Fraßtätigkeit ab und die Larven beginnen sich zu verpuppen. Im August und September erscheinen schließlich wieder die erwachsenen Wiesenschnaken.

Wann können Wiesenschnaken biologisch bekämpft werden?

Schadbild durch Wiesenschnakenlarven im Rasen
© AdobeStock

Der richtige Behandlungszeitpunkt ist entscheidend. Die Larven von Tipula paludosa sollten im Herbst – in der Regel im September – bekämpft werden. Zu diesem Zeitpunkt sind die jungen Larven noch dünnhäutig und besonders gut mit Steinernema carpocapsae-Nematoden behandelbar.

Im Frühjahr sind die Larven bereits deutlich größer und besitzen eine dickere Haut. Die Nematoden können dann nicht mehr ausreichend in die Larven eindringen. Eine Behandlung mit Nematoden ist zu diesem Zeitpunkt daher nicht mehr sinnvoll.

Biologische Bekämpfung mit Nematoden

Zur biologischen Bekämpfung können Nema-Stopp (Steinernema carpocapsae-Nematoden) (Pfl.Reg.Nr.: 4512-0) eingesetzt werden.

Die Nematoden werden mit Wasser ausgebracht und auf die befallene Rasenfläche gegossen. Sie suchen die jungen Schnakenlarven im Boden aktiv auf, dringen in diese ein und bringen sie zum Absterben.

Da sich die Schnakenlarven hauptsächlich in den obersten fünf Zentimetern des Bodens befinden, kann zusätzlich der Einsatz einer Stachelwalze sinnvoll sein. Dadurch lässt sich der Befall mechanisch reduzieren und gleichzeitig wird die oberste Bodenschicht etwas belüftet.

Wichtig: Die Behandlung mit Nematoden sollte gegen junge Wiesenschnakenlarven im Herbst erfolgen. Gegen die bereits größeren Larven im Frühjahr sind die Nematoden nicht ausreichend wirksam.

Nemastar gegen Wiesenschnaken

Nema-Stopp ist für unterschiedliche Flächengrößen erhältlich und kann neben Wiesenschnakenlarven auch gegen weitere Bodenschädlinge eingesetzt werden.

 

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