
Apfelwicklerlarven im Sommer, Herbst und Winter bekämpfen
Apfelwicklerlarven im Sommer, Herbst und Winter bekämpfen
23.05.2022 · GuB-Ratgeber · Letzte Aktualisierung: 28.09.2026
Der Apfelwickler – Schädling an Apfel, Birne und Walnuss
Der Apfelwickler (Cydia pomonella) gehört zu den wichtigsten Schädlingen im Kernobst. Befallen werden vor allem Apfel- und Birnbäume, aber auch Walnussbäume. Schäden verursachen nicht die erwachsenen Falter, sondern deren Raupen, die sich in die Früchte einbohren und dort das Fruchtfleisch und Kerngehäuse schädigen.
Apfelwickler erkennen
Der erwachsene Apfelwickler ist ein unscheinbarer, etwa 20 mm großer Falter. Seine Vorderflügel sind bleigrau und dunkel gebändert und besitzen einen auffälligen gold- bis kupferfarben glänzenden Fleck. Die Hinterflügel sind einheitlich hellbraun.
Die Raupen sind zunächst gelblich-weiß und färben sich später zunehmend rötlich. Sie besitzen eine braune Kopfkapsel und werden bis zu 2 cm lang. Die Eier werden von den Weibchen einzeln an Früchten und Blättern abgelegt und erscheinen als kleine, silbrig glänzende Schildchen.
Entwicklungszyklus des Apfelwicklers
Nach einigen Tagen schlüpfen die jungen Raupen aus den Eiern und bohren sich in die Früchte ein. Dort fressen sie sich durch das Fruchtfleisch bis zum Kerngehäuse. Nach etwa drei bis vier Wochen verlassen die ausgewachsenen Raupen die Frucht und suchen geschützte Stellen am Baum auf, beispielsweise unter Borkenschuppen am Stamm. Dort spinnen sie sich in einen weißen Kokon ein.
Ein Teil der Raupen der ersten Generation verpuppt sich noch im selben Jahr. Daraus entstehen ab Ende Juli erneut erwachsene Apfelwickler, die ihre Eier an den bereits weiter entwickelten Früchten ablegen. Die Raupen dieser zweiten Generation sind daher häufig in reifenden oder bereits reifen Früchten zu finden.
Die Raupen überwintern geschützt in einem Kokon, beispielsweise in Ritzen der Baumrinde. Die Verpuppung erfolgt im darauffolgenden Frühjahr. Die Falter der ersten Generation fliegen etwa von Mai bis Anfang August, jene der zweiten Generation von Ende Juli bis Anfang September.
Schadbild erkennen
Einen Befall mit Apfelwicklern erkennen Sie häufig an einem nur wenige Millimeter großen Bohrloch in der Schale der Früchte. Die Raupen fressen sich von außen durch das Fruchtfleisch bis zum Kerngehäuse. Die Fraßgänge und das Kerngehäuse werden dabei mit Kot verunreinigt.
Beim Aufschneiden befallener Früchte sind die Fraßgänge deutlich zu erkennen. Befallene Früchte fallen häufig vorzeitig vom Baum oder sind nicht mehr lagerfähig und sollten möglichst rasch verwertet bzw. entfernt werden.
Apfelwickler im Frühjahr und Sommer bekämpfen
Ab Mai – abhängig vom Auftreten der ersten Apfelwickler – kann eine Behandlung mit Madex® Apfelwicklerfrei* (Pfl.Reg.Nr.: 4295-0) erfolgen.
Das Präparat enthält ein spezifisch gegen Apfelwickler wirkendes Granulovirus. Die jungen Raupen nehmen den Krankheitserreger auf und sterben in weiterer Folge ab. Für eine erfolgreiche Bekämpfung sind mehrere Anwendungen erforderlich. Die Behandlung erfolgt mit 2 bis 6 Spritzungen im Abstand von 8 bis 10 Sonnentagen.
Besonders wichtig ist der richtige Zeitpunkt der Anwendung: Die Behandlung sollte erfolgen, wenn die jungen Raupen schlüpfen und bevor sie sich in die Früchte einbohren.
Apfelwickler-Befall überwachen
Zur Befallsüberwachung empfehlen wir ergänzend den Einsatz einer Deltafalle . Mit Hilfe des passenden Pheromons werden männliche Apfelwickler angelockt. So lässt sich der Falterflug beobachten und der geeignete Zeitpunkt für weitere Maßnahmen besser bestimmen.
Apfelwickler im Herbst und Winter bekämpfen
Nach der Ernte ziehen sich die überwinternden Apfelwicklerraupen in geschützte Verstecke zurück und spinnen sich dort ein. In dieser Phase können sie mit Maden-Stopp* (Pfl.Reg.Nr.: 4298-901) biologisch bekämpft werden.
Dabei kommen Nematoden zum Einsatz, die in die Larven des Apfelwicklers eindringen und diese zum Absterben bringen.
Die Anwendung ist ab September möglich und kann sich je nach Witterung bis in den März hinein erstrecken. Wichtig ist, dass die Temperaturen unmittelbar nach der Ausbringung für einige Stunden über 10 °C liegen.
* Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformation lesen.