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Der Garten in Zeiten des Klimawandels veröffentlicht von biohelp Garten & Bienen GmbH am 5. April 2022

biohelp Garten und Bienen dient als erster Ansprechpartner bei aktuellen Herausforderungen im Kleingartenbereich. In den letzten Jahren veränderten sich unsere Kundenanfragen zunehmend. Neue Bewohner machten sich in den Gärten und Balkonkästen breit und alteingesessene Bäume und Sträucher sahen nicht mehr so fit aus wie früher. Der Wandel in den Gärten lässt sich auf den Wandel unseres Klimas zurückführen.

Im umgangssprachlichen Sinne bedeutet „der Klimawandel” die gegenwärtige globale Erwärmung. Der durch den Menschen erzeugte Anstieg der Durchschnittstemperatur der erdnahen Atmosphäre und der Meere. Laut der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) ist es seit Beginn der Industrialisierung um zwei Grad wärmer geworden. Wie stark sich die zwei Grad in Österreich bereits auswirken, lässt sich gut an den Hitzetagen mit mindestens 30 Grad veranschaulichen. Im Zeitraum 1961 bis 1990 gab es in den meisten Landeshauptstädten Österreichs pro Jahr zwischen fünf und elf Hitzetage, Rekordwerte lagen bei 20 Tagen. Im Zeitraum 1991 bis 2020 verzeichnete die ZAMG bereits zwischen 16 und 22 Hitzetage und die Rekorde lagen schon bei über 40 Tagen.

Der allgemeine Anstieg der Jahresdurchschnittstemperatur begünstigt das Auftreten von extremen Wetterereignissen, wie Hochtemperaturperioden, Dürreperioden und Überschwemmungen. Dieser Klimastress führt zu einer Veränderung des Gartens als Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Mit der Folge, dass sich der Lebensraum einer bestimmten Art verschiebt, vergrößert oder verkleinert.

Speziell extreme Wetterereignisse beeinflussen bestimmte Faktoren wie Temperatur, Sonneneinstrahlung, Niederschläge, CO2, was sich wiederum merklich auf die Entwicklung von Pflanzen und Schaderregern auswirkt.

Nymphe der grünen Reiswanze (© Helmut Rosenberger)

Dieser Klimastress wird sich bzw. hat sich bereits in unseren Gärten in Bezug auf die Häufigkeit des Auftretens von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen geäußert. Wie bei uns Menschen gilt: dauerhaft gestresste Pflanzen zeigen ein schwaches Immunsystem und sind somit anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Neben den ungünstiger werdenden Pflanzenstandortbedingungen gehen Prognosen von einer Verschiebung der klassischen Pflanzenkrankheiten aus. Pilzliche Schaderreger, mit der Ausnahme von z.B. Braun- und Schwarzrost, werden an Bedeutung verlieren, wohingegen tierische Schaderreger an Bedeutung zunehmen werden. Das liegt daran, dass steigende Temperaturen die Lebenszyklen des Schaderregers, ihrer Wirtspflanze und ihrer natürlichen Gegenspieler verschieben.

Insbesondere Insekten werden neben den direkt klimatischen Faktoren auch indirekt in ihrer Entwicklung beeinflusst. In Bezug auf Schädlinge bedeutet das, dass z.B. die Lebendüberwinterung von Schaderregern begünstigt wird. Zeitgleich nimmt das Absterben der Schädlinge während der Überwinterung ab. Durch günstigeres Klima wird eine schnellere Entwicklung und Bildung zusätzlicher Generationen ermöglicht. Die Vegetation der Pflanze wird in den nördlichen Breitengraden verlängert und somit auch die Befallssaison des Schaderregers.

Das Fortschreiten des Klimawandels schafft zunehmend günstigere Bedingungen für die Etablierung invasiver (=gebietsfremder) Arten in Österreich. Invasive Schaderreger finden im Zuge des globalen Handels- und Reiseverkehrs in den letzten Jahrzehnten immer häufiger ihren Weg nach Österreich. Da in den Gärten natürliche Gegenspieler weitgehend fehlen, können sich die „Neulinge“ hervorragend ausbreiten. Die gute Nachricht: wenn sich ein Schädling im Garten zu Hause fühlt, wird es der dazu gehörige Nützling bald auch tun. So wie im Fall der Grünen Reiswanze. Kurze Zeit nach dem Auftreten der Grünen Reiswanze wurde ihr natürlicher Gegenspieler, die Schlupfwespen der Gattung Trissolcus, in Österreich entdeckt.

Zusammenfassend: der Klimawandel hat unsere Gärten bereits erreicht. Ob es nun neue (unerwünschte) Gartenbewohner sind oder unsere alten Bäume immer mehr unter dem Klimastress leiden. Die Zusammenhänge zwischen dem Auftreten, der Verbreitung und Etablierung von Schaderregern im Klimawandel ist sehr komplex und es gibt kein alleiniges Allheilmittel. Als Kleingärtner kann man lediglich alles versuchen, um den Klimastress im eigenen Garten für Pflanzen und Tiere zu reduzieren.

In unserem neuen Katalog haben wir deshalb einen speziellen Klimafit-Button eingesetzt. Der Klimafit-Button weist Produkte aus, die speziell den Klima-Stress für ihre Pflanzen reduzieren, den Ressourcen Einsatz schonen oder klimaneutral sind.

Weiterführende Literatur:

Shaw, M. W., & Osborne, T. M. (2011). Geographic distribution of plant pathogens in response to climate change. Plant Pathology60(1), 31-43.

V. Castex, M. Beniston, P. Calanca, D. Fleury, J. Moreau (2018). Pest management under climate change: The importance of understanding tritrophic relations. Science of The Total Environment, 616,397-407.

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