Beschreibung
Zur Gruppe der Schildläuse zählen Deckelschildläuse, Napfschildläuse, Schmier- und Wollläuse. Schildläuse sind zwischen 0,5 bis 5 mm groß. Sie leben meist in großen Kolonien auf verschiedenen Pflanzenteilen. Die männlichen Schildläuse sind in der Regel geflügelt und sehen fliegen ähnlich aus. Die Mundwerkzeuge der Männchen sind zurückgebildet, diese sind also nicht in der Lage Nahrung aufzunehmen. Männliche Schildläuse leben nur wenige Tage. Die weiblichen Schildläuse sind flügellos und bilden einen rundlich geformten, braun gefärbten rückenschildartigen Schutzpanzer aus, wodurch sie sehr gut getarnt sind und dadurch oft übersehen werden. Unter dem hochgewölbten Schild werden pro Weibchen bis zu 3000 Eier gebildet. Die weiblichen Schildläuse sind oft mehrere Monate überlebensfähig. Schildläuse durchlaufen nach dem Schlüpfen mehrere Larvenstadien. Da im Gegensatz zu den weiblichen Schildläusen die Junglarven mobil sind, können sie sich leicht verbreiten. Bei Deckelschildläusen lässt sich der bräunliche, rundliche Schild mit einer Nadel abheben, wodurch dann das Weibchen freigelegt werden kann. Bei Napfschildläusen würde diese Vorgehensweise das mit dem Schild verwachsene Weibchen töten. Wollläuse sind von den beiden Schildlausarten durch ihre weißen Wachsausscheidungen leicht zu unterscheiden. Nähere Informationen zu diesen Schädlingen finden Sie hier.
Schadbild
Alle Schildläuse ernähren sich von Pflanzensaft und gelten aus diesem Grund häufig als Schädlinge. Um an den Pflanzensaft zu gelangen, stechen Schildläuse mit Ihrem Stachel die Blattadern an und saugen den Saft aus. Dabei geben die Läuse Sekrete ab, die die Pflanze schwächen. Da Pflanzensaft – abgesehen von Wasser – aber hauptsächlich Zucker enthält, scheiden manche Napfschildlausarten den Überschuss als klebrig-klare Honigtautropfen wieder aus. Die Saugstellen sind ideale Eintrittsstellen für Pilze, die abgegebene Fructose wirkt dabei wie ein Nährmedium. Auch auf Ameisen wirkt die Fructose unwiderstehlich. Schildläuse bevorzugen vorallem hartlaubige Pflanzen, z. B. Orchideen. Als typische Symptome gelten:
- weißer Belag an den Blättern
- verkrustete Triebe
- Blüten- und Blattdeformation
- Verfärbung der Blätter
Vorbeugung
- Gesunde Pflanzenpflege
- Regelmäßige Kontrolle
- Sauberkeit von Werkzeugen
- Natürliche Feinde fördern: Marienkäfer und Schlupfwespen fressen Schildläuse
- Schildläuse bevorzugen feuchte und stehende Luft: Pflanzen aussreichend belüften
- abgestorbenen Pflanzenteile entfernen: Tote Blätte und Äste können eine Rückzugsort für Schädlinge sein
Bekämpfung
Pflanzenschutz durch Nützllinge:
- Coccin* (Pfl. Reg. Nr.: 3041-0) | Microterys nietneri (= flavus) - Erzwespen gegen Napfschildläuse
Anwendungszeitpunkt: März bis September
- Lepton* (Pfl. Reg. Nr.: 2502-0) | Leptomastidea abnormis - Schlupfwespen gegen Zitruswollläuse
Anwendungszeitpunkt: März bis Oktober (aufgrund von Tageslichtlänge und Temperatur)
Pflanzenschutzmittel auf Ölbasis (z.B. Paraffinöl) verwenden:
- Promanal Schild -& Wolllausfrei*
Konzentrat (Pfl. Reg. Nr.: 2633-902) | Paraffinöl (60,4%
Anwendungsfertig (Pfl. Reg. Nr.: 2624-0) | Paraffinöl (1,2%)
- Compo Blattlausfrei-Nativert® AF* (Pfl. Reg. Nr.: 3855-906) | Wirkstoff: Rapsöl
- Compo Insektenmittel PREV-AM* (Pfl. Reg. Nr.: 3882-901) | Wirkstoff: Orangenöl - gegen saugende Insekten
*Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden! Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformation lesen.