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Biologischer Pflanzenschutz

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Blog

Die Grüne Reiswanze  veröffentlicht von biohelp Garten & Bienen GmbH am 10. September 2021

Schlagworte:

Die Grüne Reiswanze (Nezara viridula) ist eine Wanzeart, die in Mitteleuropa mehrfach auftritt. Da die Reiswanze an Blättern und Früchten von Pflanzenarten aus allen Kulturbereichen saugt, gilt sie schon seit den 1980er Jahren als Schädling in den USA und Australien. Hauptsächlich bevorzugt Sie Hülsenfrüchte, aber auch zahlreiche Gemüse-, Obst- und Ackerkulturen sowie Ziergehölze und -pflanzen als Nahrungsquelle. Begünstigt durch den Klimawandel und den damit verbundenen wärmeren Jahreswitterungen wird europaweit immer häufiger von einem Auftreten der Grüne Reiswanze berichtet.

Grüne Reiswanze (Nezara viridula) © stock.adobe.com

Aussehen

Grüne Reiswanze Nymphe © Helmut Rosenberger

Adulte Grüne Reiswanze gehören zur Familie der Baumwanzen und sind ca. 14 – 16 mm lang, 8 mm breit und grün-braun gefärbt. Die Farbform und Musterung variiert je nach Entwicklungsstadium der Wanzen und Tageslänge. Frisch geschlüpfte Reiswanzen können von rötlich über schwarz mit gelb-weißen Punkten gefärbt sein und schauen aus wie kleine schwarze Marienkäfer. Die grüne Reiswanze sieht der Grünen Stinkwanze (Palomena prasina) sehr ähnlich. Jedoch kann die Grüne Reiswanze sehr gut anhand der weißen Punktreihe am unteren Ende des Halsschildes und den hell gefärbten durchsichtigen Teil der Flügel von der Grünen Stinkwanze unterschieden werden.

Biologie

Die adulten Wanzen verlassen mit steigenden Temperaturen im Frühjahr ihr Winterquartier und beginnen mit der Nahrungsaufnahme. Ab Mai paaren sich die Wanzen und die ersten Eiablagen erfolgen etwa Mitte Mai. Die kleinen tonnenförmigen Eier werden in Paketen, die aus 80 bis 120 oder mehr Eiern bestehen, ab Mitte Mai abgelegt. Diese Eigelege sind in den oberen Regionen der Pflanze auf der Blattunterseite bzw. Schote zu finden. Die Eier sind fest miteinander verkittet und schlüpfen in der Regel in 4 – 9 Tagen. Während der Reifung färben sich die Eier zunächst tief gelb, dann rosa-gelb und schließlich leuchtend orange. Die grüne Reiswanze durchläuft fünf Entwicklungsstadien, bevor sie 24 – 60 Tage nach dem Schlüpfen die Geschlechtsreife erreicht. Die Dauer der Stadien hängt von der Temperatur und dem Nahrungsangebot des Wirts ab. Die Entwicklung ist im Laufe des Julis abgeschlossen und es treten neue Adulte auf. Die Wanzen begeben sich in eine Winterruhe, wenn die Temperaturen geringer als 9 °C sind und die Tageslänge weniger als 14 Stunden beträgt. In Österreich gibt es pro Jahr in der Regel zwei Generationen.

Schadbild

Sie verursacht Saugschäden an Früchten, wodurch es zu Fleckenbildung, Verkorkungen und Deformationen kommt. In Österreich gilt die Grüne Wanze noch nicht als ein nennenswerter Schädling, jedoch überträgt sie verschiedene Pflanzenvirosen.

Bekämpfung und Gegenmaßnahmen

Derzeit sind noch keine Pflanzenschutzmittel oder Nützlinge zugelassen in Österreich.

Jedoch gibt es verschiedene natürliche Feinde der Grünen Reiswanze. Untersuchungen zeigen, dass Schlupfwespen der Art Trissolcus basalis und Raupenfliegen der Art Trichopoda pennipes, am häufigsten die Eier der grünen Wanzen parasitieren. Von Schlupfwespen parasitierte Eigelege zeigen eine schwarze anstatt orangener Farbe auf! Die potenzielle Nutzung dieser natürlichen Gegenspieler wird derzeit in verschieden Studien untersucht.

Tipp für Heimgärten

Eier der Grünen Reiswanze © Helmut Rosenberger

Um Schlupfwespen in ihrem eigenen Garten zu etablieren, verwenden Sie keine Insektizide. Denn die jungen Schlupfwespen, fressen sich zum Schlüpfen aus den Eiern und sind sehr anfällig für gespritzte Pflanzenschutzmittel. Bieten Sie den Schlupfwespen eine Überwinterübungsmöglichkeit, wie Totholz und bemooste Flächen und kleine ungemähte Flächen an. Die adulten Schlupfwespen ernähren sich von Nektar, vor allem Doldenblütler werden als Nahrungsquelle bevorzugt.

Falls Sie Eigelege und adulte Käfer der Grünen Reiswanze auf Ihren Pflanzen finden, können Sie gerne dies der AGES melden und helfen so den Pflanzenschutz nachhaltiger und umweltverträglicher zu gestalten! Diese Daten sollen zeigen, ob die Schlupfwespen der Gattung Trissolcus bereits als natürliche Gegenspieler in Österreich vorkommen und dienen zu einer umweltverträglichen Regulierung der beiden Wanzenarten.

https://www.ages.at/themen/schaderreger/gruene-reiswanze/

Wissenswertes:

Eine Studie aus dem Jahr 2012 zeigte, dass Geschlechtsreife und Aussehen der grünen Reiswanze durch verschiedene Tageslängen bestimmt ist. Im Frühjahr weisen die Wanzen eine grüne Farbe auf und im Herbst verfärben Sie sich bräunlich.

Grüne Reiswanze (Nezara viridula) © stock.adobe.com

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