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Wildbienen – Die Bestäuber veröffentlicht von biohelp Garten & Bienen GmbH am 11. März 2020

Die Bestäuber

Den umgangssprachlichen Begriff „Biene“ verbinden die meisten Menschen mit der Honigbiene des Imkers, die jedoch nur eine der weltweit 20.000 verbreiteten Bienenarten darstellt. Alleine in Österreich gibt es neben der Honigbiene über 690 wildlebende Bienenarten. Zu diesen zählen beispielsweise die Mauerbienen, die Seiden- und Maskenbienen, die Woll- und Pelzbienen, die Sandbienen als auch die allgemein bekannten Hummeln. Die Wildbienen produzieren im Gegensatz zu den Honigbienen keinen Honig, haben jedoch bislang eine weit unterschätze Bedeutung als Bestäuber von Wild- und Nutzpflanzen – auch in unseren heimischen Gärten.

Wildbienen pflegen je nach Art die unterschiedlichsten Lebensformen:

–          Soziale Wildbienen: diese leben in einer hierarchischen Gemeinschaft und betreiben intensive Brutpflege, z.B.: Hummeln

–          Kommunale Bienen: 2 oder mehrere Weibchen derselben Generation leben zusammen, z.B.: Sandbienen

–          Solitäre Bienen: leben allein und nur wenige Wochen; z.B. Mauerbienen

–          Parasitische Bienen („Kuckucksbienen“): nutzen fremde Nester, um ihre eigenen Eier abzulegen; die fremden Eier oder Larven dienen dann ebenfalls als Nahrung; z.B. Zweizahnbienen

Die rote Mauerbiene – Ein Beispiel für solitär lebende Wildbienen

Die rote Mauerbiene ist ca. 8-13 mm groß. Ihre Brust und Hinterleib sind rot-braun, die Hinterleibsspitze ist schwarz behaart. Die Stirn ist beim Männchen weiß, beim Weibchen schwarz.

Rote Mauerbienen (Osmia bicornis, früher: Osmia rufa) leben als Einsiedlerbienen (Solitärbienen), sie kommen in Mitteleuropa natürlich vor. Sie legen in röhrenförmigen Hohlräumen ihre Brutzellen an. Die Wildbienen besiedeln hohle Stängel, Ritzen und Löcher in Mauerwerk und Lehmwänden. Außerdem nehmen sie auch gerne von Menschen bereitgestellte Nisthilfen mit passenden Bohrgängen (Durchmesser 6-8mm) an. Sie sind nicht aggressiv und stechen nicht.

Aus Pollen und Nektar formen sie „Nektarkuchen“, dieser wird mit einem Ei belegt, und sie verschließen den Nistplatz mit einer Wand aus feuchtem Lehm. Ein Weibchen lebt zwischen 4 und 6 Wochen, in dieser Zeit legt sie zwischen 20 und 30 Brutzellen an. Kurz nach der Eiablage schlüpft die Larve, sie ernährt sich von dem Nektarkuchen. Bis zum Ende des Sommers entwickelt sie sich zur fertigen Biene, die in einem Kokon überwintert. Im zeitigen Frühjahr schlüpfen zuerst die männlichen Bienen. Sie warten dann auf die später schlüpfenden Weibchen, um diese dann sofort begatten zu können. Diese Wildbienenart hat nur eine Generation pro Jahr.

Beide Geschlechter bestäuben ab ca. Mitte April Trachtpflanzen. Sie bevorzugen Rosengewächse (Apfel, Birne) und Steinobst (Kirsche oder Zwetschke). Grundsätzlich ernähren sie sich aber polylektisch (also von Pollen verschiedenster Pflanzen). Beispielsweise werden auch gerne Löwenzahn, Taubnessel und Weide besucht. Außerdem bestäuben sie Erdbeere, Johannisbeere oder Heidelbeere. Bei ihrem Bestäubungsflug wird Pollen am Hinterleib und im Kropf gesammelt. Auf diese Weise wird die Bestäubungsleistung (ca. 25.000 Blüten) erhöht, da nur der Pollen auf die Blütennarbe gelangt und nicht der klebrige Nektar. Ihre Flugaktivität liegt in der Blütezeit der genannten Obstarten. Darüber hinaus sind sie nicht nur in privaten Gärten, sondern auch im Erwerbsobstbau gern gesehene und 

beliebte Bestäuber, da sie auch bei kühleren Temperaturen und bedecktem Himmel unterwegs sind.

Übrigens: Mauerbienen sind auch käuflich erwerbbar. Man erhält die Kokons im März zum sofortigen Ausbringen im Garten. Informationen unter www.garten-bienen.at

Nisthilfen selbst bauen – Do´s und Dont´s:

Do´s:

  • Nistanlagen mit Hohlräumen in verschiedenen Größen anbieten (Bambus, Pappröhrchen oder Schilfhalme), Länge zwischen 5 und 10cm, Durchmesser 2 – 9 mm
  • Mark mit Bohrer aushöhlen, um eine glatte Innenwand zu schaffen
  • Niströhrchen in einzelne Lochziegel stecken oder als Bündel in einem Holzrahmen regensicher unterbringen oder
  • Hartholz mit Bohrgängen: getrocknetes, entrindetes Hartholz verwenden und unbedingt ins Längsholz (dort wo die Rinde eigentlich ist) und nicht ins Stirnholz (wo die Jahrenringe zu sehen sind) bohren!
  • Nisthilfen v.a. im Winter mit Maschendraht vor Vögeln schützen!
  • Nistgänge waagrecht ausrichten!
  • Südöstliche Ausrichtung ist am besten (Morgensonne!), witterungsgeschützt!
  • Reinigung am besten im Winter durchführen!
  • Regelmäßige Kontrolle und Pflege ist wichtig!

Dont´s:

  • Keinesfalls Holz, welches mit Holzschutz behandelt wurde, verwenden!
  • Kein Nadelholz benutzen!
  • Keine „Bockerl“ verwenden, da diese sich bei Feuchtigkeit zusammenziehen können!
  • Keine Pestizide im Garten verwenden!
  • Nisthilfen nicht Richtung Norden ausrichten
  • Reinigung nicht während der Vegetationsperiode machen!

Um gezielt Wildbienen zu fördern gibt es, neben vielen fragwürden Informationen und Selbstbauanleitungen, viele hilfreiche Fachbücher und Experteninfos diverser Naturschutzvereine. Vorab sollte man sich auch bewusst machen, welche Rahmenbedingungen im eigenen Garten vorherrschen (Stichwort: Gibt es genug Pollenspenderpflanzen?), was in welchem Maße umgesetzt werden kann und welche Arten schon vorhanden sind. Unter diesen Bedingungen kann jeder seinen Teil zum Erhalt und der Förderung heimischer Wildbienen beitragen.

Rote Mauerbiene
Rote Mauerbiene Osmia bicornis © biohelp GmbH
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